Zwar ist dieses Ereignis nun auch schon wieder ein paar Tage her. Aber aufgrund der absoluten Oberhammerheit dieses Happenings, werde ich nun doch einen kleinen Konzertrückblick schreiben.
Muse – das sind Matthew Bellamy (Lead Gesang, Gitarren und Keyboards), Chris Wolstenholme (Bass Gitarre und Background Gesang) und Dominic Howard (Schlagzeug und Percussion).
Nach langer Absenz und der damit verbundenen Wartezeit für potentielle Konzertgänger war es am 29.11.06 soweit. Die englische und alternative Rockband Muse machte auf ihrer Europe Tour 2006 in Böblingen halt und ihrem Ruf, die beste Liveband der Welt zu sein (nach eigener Aussage), alle Ehre.
So startete der Gig nach der Vorgruppe Noisettes, welche sich ordentlich ins Zeug legten (leider habe ich nur das Schlagzeug gehört – das lag aber an mir), nicht etwa mit einem sachten Bumm, sondern mit einem voluminösem BÄÄÄM. Selten habe ich nach den ersten beiden Takten ein Halle so toben sehen (ich war wahrscheinlich bisher auf den falschen Konzerten). Grund für diese Euphorie war der initial abgefeurte Knallersong des neuen Albums (Black Holes And Revelations) Knights Of Cydonia, welcher den Zuhörer mit galoppierendem Rhythmuspart und hymnischen Gesängen in die Welt eines Science-Fiction-Italo-Westerns entführt und in der Endphase mit einem einfachen, aber doch genialen Headbang-Riff, in die nähe eines transzendenten Gipfelerlebnisses katapultiert.

Man könnte nun meinen, dass ein Konzert mit dem Höhepunkt zu Beginn nur schlechter werden kann. Aber weit gefehlt. Die Jungs ließen es weiterhin mächtig krachen. Von Hysteria über Assassin zu Bliss hin zu Muscle Museum wurde dem begeisterten Hörer und Crowdiver nahezu alles geboten. Während der Verschnaufenpausen konnte man sich bei Feeling Good und Hoodoo – den eher leiseren Tönen – das Trommelfell massieren lassen und die immer wieder faszinierende Klangfarbe Matts Stimme bewundern.
Zwar zweifelte ich beim ersten Anhören des neuen Albums an der Möglichkeit einer umwerfenden Live-Umsetzung, aber ich wurde eines besseren belehrt. Gerade die schon fast in Richtung Drum’n’Bass gehenden Stücke des neuen Albums, wie zum Beispiel das Stück Supermassive Blackhole rockten in unerwarteter Dimension. Und das ist typisch für alle Muse Alben – der Skepsis beim ersten hören weicht Begeisterung bei näherer Vertiefung.
Und so sind die Arrangements ungewöhnlich effektreich, wirken jedoch nie überladen, sondern geben den Pianohintergrundteppichen, dem ächtzenden Gitarrensound und den tobenden und dennoch groovenden Rhythmusparts, das gewisse Etwas – den Muse typischen Sound. Eine Fusion aus Synthesizern, glitzernden Pianovorhängen, sägenden Gitarren und pochenden Grooves und der Neuinterpretation des Falsettgesangs.
Nun will ich nicht zuviel des Lobes ausschütten. Schlussendlich war das eineinhalb stündige Konzert schlicht und einfach eine verdammt gute Show. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und sämtliche Alben sowie Liveperformances erhalten das Prädikat: hörenswert!
Mehr Infos: Muse jetzt.de